Wie beweglich sind Sie?

Verspannte und verkürzte Muskeln sind in der heutigen Sitzgesellschaft weit verbreitet und gehen einher mit mangelnder Beweglichkeit. Sie werden verursacht durch ein Übermaß an einseitiger körperlicher Aktivität oder wiederholter Bewegung mit unvollständigen Bewegungsabläufen.

Häufigste Ursache jedoch ist langes Sitzen vor dem Fernseher oder am Arbeitsplatz wodurch die Muskulatur schlapp wird und das Gleichgewicht zwischen den Muskeln gestört wird. Denn unser Körper wurde geschaffen um in Bewegung zu sein. Die Folge sind sogenannte muskuläre Dysbalancen oder Fehlhaltungen, die sich negativ auf unseren Bewegungsapparat auswirken und auf Dauer zu größeren Beschwerden führen können.

Am einfachsten ist dies zu verstehen anhand des Beispiels des guten alten Fahrrads. Wenn die Fahrradkette permanent zu stark angespannt ist werden Kette, Zahnräder und Achsen erheblich mehr beansprucht als bei einem "natürlichen" Bewegungsablauf und es kommt zum frühzeitigen Verschleiß.

Basisprinzipien der Anatomie reichen nicht immer um die Wechselwirkung zwischen den verschiedenen Muskelgruppen zu verstehen. Ein einfach durchzuführender Test macht diesen Zusammenhang jedoch glasklar.

  • Bild 1 - Versuchen Sie bei einer korrekten Sitzhaltung die Arme parallel nach vorne zu strecken. Der Rest des Körpers lässt ein Durchstrecken der Arme zu, ohne eine statisch ungünstige Belastung zu provozieren. So weit so gut.
  • Bild 2 - Beim Annehmen der Körperhaltung kann es bereits zu Bewegungseinschränkungen kommen zum Beispiel bei älteren Personen, bei nicht ausgeheilten Verletzungen oder bei größeren Muskelverkürzungen.
  • Bild 3 - Sie werden feststellen dass meistens nur mit viel Aufwand eine einigermaßen senkrechte Streckung möglich ist, wenn Sie auf die Fußballen in die Hocke gehen. Falls Sie jetzt versuchen auch die Fersen am Boden zu lassen bedarf es keiner weiteren Sachkenntnis der funktionellen Anatomie um festzustellen dass Sie Bewegungseinschränkungen mit einer bestimmten Abweichung der idealen statischen Linie haben.


Es ist äußerst wichtig die Art und Lokalisierung der Fehlhaltung genau zu interpretieren und mittels gezielter Übungen die geschwächte Muskulatur zu kräftigen und die verspannte oder verkürzte Muskulatur zu dehnen. Ein Dehnprogramm für alle Muskeln verschlimmert die Situation oft nur.

Allerdings sollten Personen, die häufig umknicken oder Ellenbogen- und Kniegelenke überstrecken, lieber kräftigen als dehnen. Ihr Gelenke, Bänder und Sehnen sind ohnehin zu locker und dadurch verletzungsanfälliger.

Typische verkürzte Problemstellen sind Nacken- und Brustmuskulatur, unterer Rücken, Hüftbeuger, hintere Oberschenkelmuskulatur und Waden. An diesen Stellen lohnt sich das Dehnen, ein zusätzliches Krafttraining schützt außerdem vor Verspannungen.

Eingeschränkte Streckmöglichkeit der Brustwirbelsäule kann zum Beispiel eine Schulterhebeeinschränkung zur Folge haben oder verkürzte Beinbeugemuskulatur kann zu Rückenschmerzen im Lendenbereich führen.

Unsere Docs of Chiropractic beraten Sie gerne, denn Vorbeugen ist immer die bessere Variante.